Steckbrief

Name: Astrid Viktoria Kammerer
Standort: Changchun, China
Aufenthaltslänge: 2 Monate
Lehrberuf: Laborantin

Auslandaufenthalt in Changchun, China

Am 30.06.2016 war es endlich soweit und mein Abenteuer in China begann. Zusammen mit meiner Mitlernenden Rebekka Füllemann durfte ich 2 Monate in Changchun, eine Stadt im Norden Chinas, verbringen.

Informationen zum beruflichen Alltag

Mein Arbeitstag startete um 7 Uhr. Nach einem gemütlichen Frühstück, welches aus einer Tasse Tee und einem Konfibrötli bestand, machten Rebekka und ich uns auf den Weg zur Arbeit. Die EFTEC Changchun war nur ein 15-minütiger Fussmarsch von unserer Wohnung entfernt. Um 8 Uhr morgens war jeweils Arbeitsbeginn. In der EFTEC werden verschiedene Kleber hergestellt, die in der Autoindustrie eingesetzt werden, zum Beispiel um die Windschutzscheibe an das Auto zu kleben. Rebekka und ich wurden in die Forschung und Entwicklung Abteilung der Elastomere und Polurethane eingeteilt. Unsere Aufgabe war es verschiedene Proben herzustellen und diese dann auch zu Prüfen. Eine dieser Prüfungen war der Peel Test bei dem zuerst der Kleber auf eine Windschutzscheibe aufgetragen wurde und nach dem aushärten mit einer speziellen Schneide Technik wieder weggeschnitten wurde. So konnte man beurteilen wie gut der Kleber haftet. Andere Prüfungen waren der Viskositätstest, der Dichtetest oder die Messung des NCO-Gehaltes während der Synthese des Klebers um zu überprüfen ob die Reaktion schon abgeschlossen war.

Um 11.45 Uhr begann für alle Arbeiter die Mittagspause. Gegessen wurde typisch chinesisch in der Kantine. Um 16.30 Uhr schloss die Firma und alle gingen in den Feierabend.

Wichtige Kontakte im Arbeitsalltag

Während der Arbeit im Labor hatten wir am meisten Kontakt mit unseren Mitarbeitern Chao Cui und Huan Zhao aus der PU-Abteilung und Jacob Xu von der Elastomer-Abteilung. Unsere Hauptansprechperson war aber Jeff Li, mit dem wir schon vor unserem Hinflug Kontakt hatten. An den Wochenenden unternahmen wir oft etwas mit Jeff und oder Jacob.

Mit unserem Götti Stefan van Doninck assen wir einige Male Mittag in der Kantine, hatten aber sonst nicht so viel Kontakt zu ihm.

Arbeitssicherheit/ Infrastruktur/ Arbeitsbedingungen

Bei der Arbeit herrschte ein gutes Arbeitsklima. Die Mitarbeiter hatten es gut untereinander und waren sehr aufgestellt. Am Arbeitsort wurde sich sehr um unsere Sicherheit gesorgt. Der Werkplatz in Changchun ist viel kleiner als unserer in Ems, deshalb gab es auch nur ein grosses Labor und nur eine Produktionsstätte. Das fand ich aber gar nicht schlimm, denn das machte das ganze viel familiärer.

Ausflüge/ Exkursionen

In unsere Freizeit nutzten wir um ein wenig China zu erkunden. Einer der grösseren Ausflüge war unser Trip nach Shanghai zusammen mit Jacob. In Shanghai hatten wir uns mit den anderen Ems Lernenden aus Suzhou getroffen. Mit ihnen besuchten wir das Disneyland, den World Financial Tower, den Yu Garten, wo wir typische alte chinesische Gebäude bestaunen konnten, und den Bund, von wo man eine unglaubliche Aussicht auf die Skyline Shanghais hat, vor allem bei Nacht.

Unser zweiter grösserer Ausflug war der Besuch von Chinas Hauptstadt Peking. In Peking besichtigten wir den Sommerpalast, einen Teil der Verbotenen Stadt und die Olympia Stadt, wo 2008 die Sommerspiele stattfanden. Den Besuch der Chinesischen Mauer durften wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.

Während unseres Ausfluges in Shanghai hatten wir die Möglichkeit eine Autofabrik zu besuchen von SAIC-GM. Wir konnten dort sehen wie die Produkte der EFTEC eingesetzt werden. Das war eine sehr spezielle Erfahrung.

Während unseres Aufenthaltes wurden wir gut von unseren Mitarbeitern betreut. Sie unternahmen sehr viel mit uns an den Wochenenden, sodass ich gar nicht die Chance bekam Heimweh zu bekommen. Schon an unserem ersten Arbeitstag nahm uns unser Mitarbeiter nach der Arbeit zu einer Universität mit. Wir besuchten auch einen Skulpturenpark und gingen einige Male ins Shoppingcenter. Sogar ein Kinobesuch mit einigen unserer Mitarbeiter lag drin.

Highlights

Das ich im Sommer 2 Monate in China verbringen durfte, war allgemein schon ein Highlight. Am Eindrücklichsten fand ich die Chinesische Mauer. Es war schon lange ein Wunsch gewesen, dieses unglaubliche Bauwerk einmal selbst zu sehen. Die Metropole Shanghai hat mir aber auch sehr gut gefallen und es wird definitiv sicher ein Ort sein an den ich wieder zurückkehren werde.

Kulturelle Unterschiede/ Erfahrungen

Das erste was uns auffiel als wir in Shanghai landeten war das Klima das dort etwas feuchter und wärmer ist als bei uns. Auch der Smog den es in China in den Grossstädten gibt viel uns auf, bereitete uns aber keine Probleme.

Die Menschen denen wir begegnet sind waren alle sehr offen und warmherzig und waren alle sehr hilfsbereit, ganz anders als die Vorurteile.

Das Essen in China war natürlich total anders, als das Essen, dass wir uns in Europa gewohnt sind. Ich war aber schon von der ersten Sekunde an begeistert von der chinesischen Küche. Im Nachhinein vermisse ich sogar das chinesische Essen ein bisschen. Nur noch mit Stäbchen zu essen war natürlich anfangs auch eine Herausforderung aber nach einer Woche ging das schon ganz gut und gegen Schluss konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen wieder mit Besteck zu Essen, obwohl die Nudeln bis zum Schluss eine Herausforderung blieben.

Lehren für die Zukunft – Tipps / Diverses

In diesen 2 Monaten, die ich in China verbracht habe, konnte ich sehr viel lernen über die chinesische Kultur. Ich konnte mich in dieser Zeit auch selbst weiterentwickeln und lernen was es bedeutet den ganzen Haushalt selbst zu erledigen. Ich weiss nun auch, dass es gar nicht so schwierig ist, in ein fremdes Land zu reisen ohne dass man die Landessprache beherrscht, denn irgendwie schafft man es immer sich zu verständigen. Was ich auch einsehen musste ist, dass man nicht mit der Erwartung nach China reisen darf, dass dort alle Englisch sprechen können, denn viele Leute dort sprechen nur wenig oder gar kein Englisch, sogar am Flughafen.

Ich durfte sehr viele tolle Menschen treffen, zu denen ich sicherlich auch noch in Zukunft den Kontakt halten werde.

Trotz den kleinen Schwierigkeiten, die wir bei der Reise hatten, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war, an dem Projekt Mobile Berufslehre teilzunehmen und kann es nur jedem empfehlen diese einmalige Chance zu nutzen.

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