Steckbrief

Name: Pierina Beeli
Standort: Stafford, England
Aufenthaltslänge: 2 Monate
Lehrberuf: Mediamatikerin

Auslandaufenthalt in Stafford, England

Ich habe mich riesig auf den Aufenthalt gefreut, sodass die Zeit bis zu meiner Abreise wie im Fluge verging. Ich war überglücklich, dass ich die Chance auf den Auslandaufenthalt erhalten habe. Es ist nicht selbstverständlich, dass mir die EMS-CHEMIE AG mit dem Zeitpunkt meines Aufenthalts entgegengekommen ist. Ich denke jedoch, dass der Kompromiss, mit der Verkürzung des Aufenthalts für beide Seiten gestimmt hat. Je näher die Verabschiedung meiner Familie und Freunde rückte, desto aufgeregter wurde ich. Ich war froh, als es endlich so weit war. Ich weiss noch genau, wie ich mich am Flughafen gefühlt habe. Die Vorfreude war riesig. Trotzdem war eine gewisse Anspannung zu spüren. Ich war zuvor noch nie alleine geflogen, geschweige denn für so lange Zeit von meiner Familie getrennt gewesen. Nach der Verabschiedung am Flughafen sind dann alle Sorgen schnell verflogen und die reise ist problemlos verlaufen.
So schnell wie die Zeit bis zu meiner Abreise vergangen war, ist auch der Abreisetag im nu immer näher gerückt und ich kann jetzt voller Erinnerungen auf mein Abenteuer zurückblicken.


Ankunft

Ich wurde von Roger Williams und meinem Oberstift, Beda Diggelmann, am Flughafen in Birmingham abgeholt. Beda ist zwei Monate vor mir nach England gereist und verbrachte noch das Wochenende mit mir, bevor er zurück in die Schweiz reiste. Gemeinsam fuhren wir nach Stafford, wo ich für die ersten zwei Nächte in einem Hotel untergebracht war, da Beda noch in der Wohnung wohnte. Ich war froh, dass ich zu Beginn nicht ganz alleine war. Zusammen mit Beda konnte ich die Gegend erkunden. Er gab mir einige Tipps und konnte mich in die Arbeitsabläufe des Geschäftes einführen.


Arbeit

Wie schon erwähnt, hat mir Beda alles gezeigt. Ich konnte seine Arbeit weiterführen und zu Ende bringen. Es ging darum, zwei verschiedene Kundendatenbanken aufeinander abzustimmen und gewisse Informationen anzupassen. Dies ist eine rechte Fleissarbeit und ich war froh, dass ich immer wieder auch etwas kreativere Aufträge erhalten habe. So konnte ich zum Beispiel Inserate für verschiedene Zeitschriften gestalten. Dabei hatte ich oft Kontakt mit den Verkäufern, welche hauptsächlich immer unterwegs sind oder von zu Hause aus arbeiten. Der Standort in Stafford ist relativ klein. Zurzeit arbeiten dort fünf Mitarbeiter, von welchen zwei Jobsharing betätigen. Das heisst, es sind jeweils nur vier Mitarbeiter im Büro. Zu meiner Freude fand während meinem Aufenthalt ein Ausstellung statt - die Engineering Design Show in der Coventry Arena. Ich durfte die Einrichtung für den Stand organisieren, Einladungen gestalten und das ganze Material bereitstellen. Selbstverständlich konnte ich dann auch persönlich mit dabei sein. Das heisst, ich war für drei Tage mit allen Verkäufern unterwegs. Dies war eine komplett neue Erfahrung für mich, welche ich auf keinen Fall missen werde. Ich habe auch Horst Heckel kennengelernt, welcher an der Messe eine Präsentation machte. Auch der Spassfaktor durfte nicht fehlen. Deshalb gingen wir alle, auch die Verkäufer, gemeinsam Bowling spielen. Es hat richtig Spass gemacht, auch in der Freizeit etwas mit meinen Mitarbeitern zu unternehmen.
Ich hoffe ich konnte gute Arbeit leisten und den Beruf Mediamatiker/in auch in England etwas bekannt machen. Ich denke, dass nun alle gesehen haben, welche Möglichkeiten es gibt. Die Zusammenarbeit wird bestimmt auch zurück in der Schweiz weitergehen.


Wohnung

Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer mit Bad in einer Art Wohngemeinschaft. Die Wohnung ist sehr zentral. Das Stadtzentrum ist zu Fuss gut erreichbar und zur Arbeit konnte ich problemlos mit dem Bike fahren, welches mir zur Verfügung gestellt wurde. Ich fand es etwas schade, dass die Wohnung keinen Aufenthaltsraum hatte. Anfangs sah ich meine Mitbewohner relativ selten, sodass ich oft alleine war. Ich habe mich jedoch immer mehr mit meinem Mitbewohner unterhalten und wir haben sogar öfters einmal etwas miteinander unternommen. Das Zimmer war relativ bescheiden eingerichtet. Ausser einem Bett hatte ich keine Sitzmöglichkeit. Ich „durfte“ ausnahmsweise sogar im Bett essen, was sich nicht immer ganz einfach herausstellte. Auch die Hausaufgaben hatte ich sitzend auf dem Bett zu erledigen. Ich hoffe meine Lehrer verzeihen mir, dass meine Schrift nicht immer sehr gut leserlich ist. Ansonsten habe ich es mir so gemütlich wie möglich gemacht. Ich habe einige Sachen dazugekauft, damit ich mich wohl fühlte. Trotzdem bin ich froh, wieder in meinen eigenen vier Wänden zu wohnen.


Schule

Ich war Anfangs etwas unsicher, wie es mit dem verpassten Schulstoff klappen wird. Dank meiner Mitschülerin hat sich jedoch alles relativ einfach herausgestellt. Sie hat mir nach jeder Woche einen plan geschickt, was sie gemacht haben. Ich konnte vorzu alles so gut wie möglich nacharbeiten. Auch die Lehrpersonen hatten volles Verständnis und waren jederzeit für Fragen offen.
Mir ist auch bewusst, dass die nächsten paar Wochen etwas anstrengend sein werden und ich einige Prüfungen nachschreiben muss. Ich bin jedoch optimistisch, dass alles gut klappen wird.


Freizeit/Ausflüge

Die ersten Wochen habe ich damit verbracht, die Gegend besser kennen zu lernen. Ich ging in die Stadt, zum Stafford Castle, wie auch in einen Wildlifepark, wo ich öfters eine Runde joggen ging. Die Gegend ist sehr schön, doch schnell habe ich alles gesehen und ich musste mir etwas neues überlegen. Ich genoss auch einmal die etwas ruhigeren Wochenenden, an denen ich nicht besonders viel unternahm. Ich wollte nicht unbedingt alleine unterwegs sein. Erstens ist es viel langweiliger und zweitens als junge Frau nicht ganz ungefährlich. Deshalb habe ich meinen Mitbewohner gefragt, ob er mich auf einem Ausflug in einen Park in der Nähe begleiten möchte. Zusammen hatten wir viel Spass und es hat sich definitiv gelohnt.
Dank Beda habe ich noch zwei weitere Jugendliche kennengelernt. Er hat ihnen von mir erzählt und sie haben sich bei mir gemeldet. Am Wochenende bin ich ab und zu zu ihnen nach Hause. Ich habe hier gute Freunde gefunden, mit welchen ich bestimmt in Kontakt bleiben werde.


Citytrip London

Nach langem hin und her hat es dann trotzdem noch geklappt. Ich konnte ein Wochenende in London verbringen. Ursprünglich war eine Reise mit einer guten Freundin geplant gewesen. Doch als diese mir absagte, habe ich die Reise eigentlich schon abgehakt. Plötzlich kam jedoch Gemma McPeake, eine Verkäuferin, auf mich zu und hat sich bereit erklärt, mich für einen Tag zu begleiten. Dieses Angebot liess ich mir natürlich nicht entgehen und ich fing an, die Zugtickets, sowie das Hotel zu buchen. Eine Woche vor meiner Reise, hat mir Gemma mitgeteilt, dass sie mich leider nicht begleiten könne. Sie habe jedoch organisiert, dass ein guter Freund von ihr mich begleite. Für mich spielte dies keine Rolle. Wie geplant fuhr ich mit dem Zug nach London und verbrachte dort ein tolles Wochenende.


Besuch der Eltern

Irgendwann während meinem Aufenthalt kam mir die Idee, dass mich meine Eltern einmal besuchen könnten, damit ich ihnen alles zeigen kann. Diese freuten sich natürlich darüber. Wir planten ein verlängertes Wochenende gegen Ende meines Aufenthalts. So konnte ich ihnen einige Sachen bereits mit nach Hause geben. Denn ich konnte das Shoppen nicht ganz lassen. Wir verbrachten vier gemütliche Tage zusammen. Ich habe ihnen geraten, ein Auto zu mieten, damit wir flexibler sind. Ich habe ihnen die Gegend gezeigt und wir sind für einen Tag nach Liverpool gereist. Die Stadt ist wunderschön und wir genossen es richtig, wieder gemeinsam etwas zu unternehmen. Dieses Mal viel mir der Abschied nicht ganz so schwer. Ich wusste, dass ich sie bereits eine Woche später wieder in die Arme schliessen kann.


Lehren für die Zukunft

Ich habe nicht nur meine englischen Sprachfähigkeiten verbessert, sondern ich wurde viel selbständiger. Ich habe gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen und für mich selbst zu sorgen. Ich hatte schnell eine Routine gefunden. Ich musste einkaufen, die Wohnung sauber halten und waschen. Plätzlich musste ich alles selber organisieren. Ich habe mich schnell gut zurechtgefunden.
Ich habe auch gemerkt, dass ich eigentlich alles alleine schaffen kann. Früher war ich immer etwas unsicher und war froh, auf die Hilfe meiner Eltern zählen zu können. Jetzt weiss ich, dass ich sogar alleine eine Reise nach London planen kann und mich überall durchschlagen kann. Mein Selbstbewusstsein ist stärker geworden. Dies ist meinen Eltern von der ersten Sekunde an aufgefallen, als sie mich besucht haben.

Ich habe die Zeit richtig genossen. Es wird wohl einige Zeit dauern, bis ich all meine Erfahrungen verarbeiten kann. Ich denke, ich werde noch lange davon erzählen können und immer wieder schwärmen. Hoffentlich kann ich eine solche Reise irgendwann wieder einmal wiederhohlen. Es war ein unvergessliches Erlebnis für mich.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir den Aufenthalt ermöglicht haben und mich immer unterstützt haben.

Pierina Beeli

Fotos von Pierina

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