Steckbrief

Name: Linda Donatsch
Standort: Romanshorn, Schweiz
Aufenthaltslänge: 3 Monate
Lehrberuf: Kauffrau

Aufenthalt in Romanshorn, Schweiz

Am 1.7.2015 machte ich mich auf den Weg nach Romanshorn. Dort absolvierte ich 3 Monate im Rahmen der Mobilen Berufslehre. Mit einem grossen Koffer stand ich an der Bushaltestelle und alle Leute meinten, ich würde in die Ferien fahren. Zwar hatte ich keine Ferien, aber dennoch war ich in Sommerstimmung. Vor mir standen 3 Monate am Bodensee.

In Romanshorn wurde ich am Bahnhof von meinem "Gotti" abgeholt. Ramona Baumann ist Assistentin der Personalchefin und war meine Ansprechperson. Zuerst fuhren wir zu meiner Unterkunft und danach direkt ins Büro. Ich wurde von allen sehr herzlich begrüsst und bekam meinen persönlichen Einsatzplan. Die ersten 3 Wochen war ich in der Buchhaltung. Dann im Einkauf und die letzten Wochen war ich in der Personalabteilung.

Arbeiten der Buchhaltung

Da mich die Buchhaltung schon immer interessierte, freute ich mich besonders über meinen Einsatz in der Buchhaltung. Bei der EFTEC AG ist die Buchhaltung in zwei Teile aufgeteilt. 3 Leute sind in einem Büro und 2 weiter am Empfang und bei der Telefonzentrale. In der Buchhaltung konnte ich Rechnungen von Kunden verbuchen und Weiterverrechnungen für andere Tochtergesellschaften erstellen. Die EFTEC AG in Romanshorn bezahlt zum Beispiel die gesamte Swisscom-Rechnung. Ich musste dann jedoch den anderen Gesellschaften ihren Teil verrechnet. Wenn wir für jemanden etwas erledigt haben, konnte ich auch eine Rechnung an einen Debitor ausstellen. Da ich diese Arbeiten ein paar Mal machte, konnte ich sie schnell selbstständig erledigen. Weiter konnte ich die Spesenrechnungen der Mitarbeitenden kontrollieren und ebenfalls verbuchen. Die Mitarbeitenden der Buchhaltung zeigten mir die besonderen Aufgaben welche sie machen. So konnte ich zum Beispiel beim Durchführen eines Zahlungslaufes mithelfen. Alle Lieferantenrechnungen welche wir im System verbucht haben, werden alle zwei Wochen über die Bank bezahlt. Das ist ein recht aufwendiges Verfahren und braucht die Unterschrift von mehreren Personen. Eine Woche arbeitete ich an der Telefonzentrale, das war schwer für mich, da ich die Leute häufig nicht kannte und am Anfang nicht wusste wer für was zuständig ist.


Arbeiten im Einkauf

Im Einkauf waren die Mitarbeitenden gerade am Aktualisieren der Kundenstammda-ten. Wir schrieben die Kunden an und sendeten ihnen ein Stammdatenblatt welches sie ausfüllen sollten. Immer wieder bekamen wir die ausgefüllten Blätter zurück und mussten die Daten in eine Liste übertragen. Gefragt waren Angaben zur Adresse, zu den Aussen- und Innendienstmitarbeitenden, Bankverbindung und Informationen zu den Produkten welche die EFTEC vom Lieferanten bezieht. Leider bekamen wir viele Stammdatenblätter nicht in der gegebenen Frist zurück, deshalb mussten wir einen Reminder aufsetzen und abwarten. Wenn die Sachbearbeiter im Einkauf Rohmaterial oder Verpackungen bestellten, konnte ich ihnen bei der Bestellung zuschauen und dann die Auftragsbestätigung kontrollieren und ablegen. Über die Sommerferien waren viele Leute im Urlaub, so hatte ich immer einen Arbeitsplatz für mich alleine.

Arbeiten im Personalwesen

In der Personalabteilung bearbeitete ich Personaldossiers. Jeder Mitarbeiter hat ein Mäppchen und darin sind alle möglichen Unterlagen abgelegt. Wir haben die Dos-siers von den Mitarbeitenden welche nicht mehr bei der EFTEC AG arbeiten aussor-tiert. Die Dossiers müssen aussortiert werden, und die Bewerbungsunterlagen müs-sen vernichtet werden.

Eine weitere typische Aufgabe im Personalwesen, ist das Schreiben von Absagen. Wir bekamen täglich viele Blindbewerbungen, welche ich absagen musste. Um Ab-sagen zu Schreiben gibt es verschiedene Vorlagen, je nach Grund der Absage.

Auch am Schreiben von Zwischenzeugnissen durfte ich mich versuchen. Die Zwi-schenzeugnisse werden an Hand der ausgefüllten Mitarbeiterbewertungen formuliert. Es ist gar nicht so einfach, einen fliessenden Text hinzubekommen.

Durch das, dass ich in verschiedenen Abteilungen arbeitete habe ich immer die zu-ständigen Leute kennengelernt. Ich weiss er Werkleiter im Werk 1 ist und wer in der Buchhaltung für was zuständig ist. Dies ist nun für mich ein Vorteil, da ich die Leute jetzt kenne und weiss wer was macht, falls ich einmal eine Information von der EF-TEC AG benötige.

Unterschiede zum Werkplatz Domat/Ems

Im Verglich zur EMS-CHEMIE AG ist der Werkplatz der EFTEC AG sehr klein. Rund 120 Personen sind in Romanshorn angestellt. Speziell für mich war, dass jede Abteilung praktisch in einem Büro untergebracht ist. Die Buchhaltung ist direkt neben dem Büro der Personalchefin. Die gesamte Verwaltung befindet sich in einem Gebäudeteil. Auch die Computerprogramme der EFTEC AG sind anders als hier. Sie arbeiten nicht mit ECLIS oder Lotus. Das war für mich eine kleine Umstellung.

Ein weiterer Unterschied ist, dass wir hier in Domat/Ems eine Kantine haben. Bei der EFTEC AG mussten wir jeden Mittag überlegen in welches Restaurant wir gehen und dadurch verging fast immer eine Stunde oder noch länger. Zudem wurde es mit der Zeit sehr teuer. Dafür gingen die Leute aus den verschiedenen Abteilungen meist zusammen zum Essen.

Freizeit und meine Unterkunft

Ich lebte in einem Zimmer von einem älteren Ehepaar. Familie Saurer vermietet viele Zimmer in ihrem Haus, aber ich sah praktisch nie jemanden. Mein Zimmer war ausgestattet mit einem Bett, Fernseher, Tisch, kleiner Kochnische und einem Kühl-schrank. Über den Kühlschrank war ich in diesem Sommer besonders froh. Das Zimmer war direkt unter dem Dach und somit im Sommer sehr sehr heiss. Die Lage vom Zimmer war allerdings perfekt, wenige Gehminuten vom Bahnhof und vom See und nur wenige Minuten mit dem Fahrrad ins Büro. Ich genoss jeden Abend den Bodensee oder die Badi.

In der ersten Woche in Romanshorn lernte ich ein Mädchen kennen, welches von meinem Nachbardorf kommt. Auch sie machte ein Praktikum am Bodensee. Wir gin-gen häufig zusammen in die Badi oder nach Konstanz zum Essen und Einkaufen.
Als es nicht mehr so sommerlich heiss war, machte ich Ausflüge mit dem Fahrrad oder ging zum Vitaparcour. Ich genoss es sehr, dass ich mit meinem eigenen Fahr-rad sehr flexibel war. Ich konnte zur Arbeit gehen wann ich wollte, musste auf dem Nachhause nicht auf die Zugsverbindung schauen und konnte zwischendurch ein-kaufen gehen.

Mein Fazit

Ich hatte eine sehr gute und vor allem eine sehr spannende und lehrreiche Zeit bei der EFTEC AG in Romanshorn. Ich bekam einen Einblick in drei weitere Abteilungen. Falls ich nun hier in Domat/Ems in die Buchhaltung komme, dann weiss ich schon wie die Prozesse bei der EFTEC AG ablaufen. Zudem lerne ich viele neue Leute und eine andere Stadt kennen. Der Sommer in Romanshorn war wunderschön und ich genoss es für eine Weile wieder alleine zu leben. Vor allem der See hat es mir sehr angetan. Ich ging jeden Tag in oder an den Bodensee.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der EMS CHEMIE AG und beim ganzen Team der EFTEC AG recht herzlich bedanken, dass sie mir diesen Einblick ermöglicht ha-ben und mich so freundlich aufgenommen und unterstütze haben.

Ich hatte eine tolle Zeit in Romanshorn und konnte auch sehr viele Dinge mitnehmen.

Linda Donatsch

Fotos von Linda

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